Ziele und Aufbau des EPRD

Welche Ziele hat das EPRD?

Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) will eine verlässliche Datengrundlage schaffen, um langfristig die Qualität der Produkte beurteilen zu können, das Ergebnis der medizinischen Behandlung zu sichern und die Zahl der unnötigen Wechseloperationen zu verringern. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere, mehr über die Standzeit künstlicher Gelenke zu erfahren, also die Zeit, in der Implantate bis zu einer Wechseloperation im Körper funktionstüchtig sind.

Das Register ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ärzten, Kliniken, Krankenkassen und Industrie. Es verknüpft Routinedaten systematisch mit neuen Informationen über den Einbau künstlicher Hüft- und Kniegelenke und wertet diese Informationen mit Blick auf die Qualität der Implantate und der medizinischen Behandlung aus. 

Wie ist das EPRD aufgebaut?

Der Aufbau des Registers geht auf eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (DGOOC) zurück. Vorangetrieben hat die Fachgesellschaft das EPRD gemeinsam mit dem AOK-Bundesverband GbR, dem Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) und dem Bundesverband Medizintechnologie e.V. (BVMed).

Aufgebaut und betrieben wird das EPRD von der EPRD Deutsche Endoprothesenregister gGmbH (kurz „EPRD gGmbH”). Die gemeinnützige Gesellschaft ist eine hundertprozentige Tochter der DGOOC und wurde am 22. Dezember 2010 gegründet. Geschäftsführer der EPRD gGmbH ist Dr. med. Andreas Hey. Das EPRD ist an die wissenschaftliche Fachgesellschaft angebunden, um die Neutralität und Unabhängigkeit der EPRD gGmbH zu gewährleisten. Der BVMed stellt gemeinsam mit seinen Mitgliedsunternehmen eine Implantat-Datenbank bereit, die laufend aktualisiert wird. Ebenso wie der BVMed unterstützen der vdek und der AOK-Bundesverband das Register finanziell.

Die von der EPRD gGmbH zentral betriebene Registerstelle führt die Datenstränge von Krankenhäusern und Krankenkassen zusammen. Die Implantatdaten der teilnehmenden Kliniken und die Abrechnungsdaten der Versicherer gehen in pseudonymisierter Form ein. Sie werden verknüpft mit den Informationen aus der Produktdatenbank der Industrie, in der alle auf dem deutschen Markt verwendeten Knie- und Hüftendoprothesen erfasst werden. Die Registerstelle verbindet die Datenstränge und wertet sie nach unterschiedlichen Fragestellungen aus. Die zentrale Steuerung übernimmt dabei ein Exekutivkomitee, in dem alle beteiligten Projektpartner vertreten sind.

Derzeit befindet sich das EPRD noch im Aufbau. Voll funktionsfähig ist ein Endoprothesenregister – das zeigen Erfahrungen aus dem Ausland – nach fünf bis sieben Jahren.